LANDE hat seine geprüften Jahreszahlen 2025 veröffentlicht. Die zentrale Erkenntnis: Eine spezialisierte europäische Agrarkredit-Plattform kann grenzüberschreitend wachsen, ohne Portfolioqualität oder Profitabilität zu opfern. Der Gruppenumsatz stieg im Jahresvergleich um 22%, der Nettogewinn lag bei 360.600 €, und das erste Quartal 2026 wurde mit knapp dreifachem Finanzierungsvolumen das stärkste Quartal in der Geschichte der Plattform.
Für Anleger, die bereits in LANDE investiert sind oder den ECSP-regulierten Teil des Marktes beobachten, ist der Bericht 2025 eine der substanzielleren Veröffentlichungen der Saison. Die Plattform ist in vier Märkten aktiv, hat institutionelle Partnerschaften abgeschlossen, die das Refinanzierungsmodell deutlich entlasten, und zeigt die seltene Kombination aus schnellem Wachstum bei gleichbleibender Ausfallquote.
Das Wichtigste in Kürze
- Geprüfter Plattformumsatz ca. 2,4 Mio. € (+20% YoY), Nettogewinn >200.000 €. Gruppenumsatz ca. 2,9 Mio. € (+22% YoY), Nettogewinn 360.600 €.
- 20,8 Mio. € ausstehender Kreditbestand per 31. Dezember 2025 (+11,5% YoY, ohne EIF-Programmkredite und Refinanzierungen).
- EIF-Garantievereinbarung unter InvestEU und eine Mischfinanzierung mit Litauens ILTE – starke institutionelle Bestätigung des Modells.
- Q1 2026 Finanzierungsvolumen 7,8 Mio. €, knapp dreifach gegenüber Q1 2025. Im April finanzierte Kredite erreichten 13,96% annualisierte Rendite inkl. Bonus.
- Ausfälle + 90+ Tage Verzug: 1,2% über die Gruppe für das Gesamtjahr 2025 – stabil trotz erheblichen Wachstums.
Die zentralen Zahlen
Die geprüften Ergebnisse 2025 für LANDE Platform – die regulierte Einheit – zeigen einen Umsatz von nahezu 2,4 Mio. € mit einem Plus von über 20% im Jahresvergleich und einen Nettogewinn von mehr als 200.000 €. Auf Gruppenebene (ungeprüft) liegt der Umsatz bei 2,9 Mio. € (+22% YoY), der Nettogewinn bei 360.600 €.
Profitabilität ist in diesem Segment wichtiger als reines Umsatzwachstum. Eine verlustträchtige P2P-Plattform, die schnell wächst, ist per Definition auf weitere Kapitalrunden oder eine plötzliche Margenwende angewiesen. Dass LANDE sechsstellige Gewinne auf Plattformebene erwirtschaftet – während die geografische Expansion und neue institutionelle Partnerschaften laufen – stellt das Unternehmen strukturell anders auf als Anbieter, die beim Volumen beeindrucken, in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung aber Geld verlieren.
Plattformgröße in vier Märkten
Die kumulierten Zahlen seit Gründung zeigen, wie weit die Operation gekommen ist. LANDE hat inzwischen mehr als 1.790 finanzierte Projekte und über 46,9 Mio. € Finanzierungsvolumen in vier Märkten ermöglicht. Der ausstehende Kreditbestand wuchs von 14 Mio. € Mitte 2024 auf 20,8 Mio. € zum Jahresende 2025 (ohne EIF-Programmkredite und Refinanzierungen). Die Anlegerbasis liegt bei über 9.750 registrierten Investoren.
| Ausstehender Kreditbestand | Betrag |
|---|---|
| Juni 2024 | 14,0 Mio. € |
| Dezember 2024 | 18,6 Mio. € |
| Dezember 2025 | 20,8 Mio. € (+11,5% YoY) |
Die Wachstumskurve verläuft stetig statt sprunghaft, was zu disziplinierter Kreditvergabe in einer spezialisierten Nische passt. Agrarbesicherung – vor allem Land und Landmaschinen – ist aufwändiger zu prüfen als unbesicherte Konsumentenkredite, hält dafür aber in Abschwüngen besser stand. LANDEs Entscheidung, beim Besicherungstyp eng zu bleiben, hat die Portfolio-Stabilität historisch gestützt. Die Zahlen 2025 bestätigen, dass das Modell auch durch die Skalierung trägt.
Strategische Meilensteine 2025
Vier Entwicklungen haben LANDEs Position im Jahresverlauf substanziell gestärkt:
- EIF-Garantievereinbarung. Unter dem InvestEU-Programm des European Investment Fund hat LANDE eine Garantiefazilität für die Agrarkreditfinanzierung gesichert. Praktisch senkt das die Kapitalkosten für die zugrundeliegenden Betriebe und verbessert den Zugang für kleine und mittlere Agrarunternehmen. Strategisch ist es die stärkste institutionelle Bestätigung, die eine Plattform dieser Größenordnung im europäischen Agrarkreditsegment erhalten kann.
- ILTE-Kooperation. Eine Mischfinanzierungsstruktur mit Litauens staatlicher Förderbank (Investicijų ir verslo garantijos / ILTE), die öffentliches und privates Kapital für Agrarprojekte kombiniert. Dies ist die zweite große institutionelle Partnerschaft in 2025 und gibt LANDE einen zusätzlichen Finanzierungskanal, der nicht allein von der Privatanlegernachfrage abhängt.
- Internationale Expansion. Die Geschäftstätigkeit in Rumänien wurde im Jahresverlauf vertieft, und LANDE ist in den polnischen Markt eingetreten – das vierte aktive Land nach Lettland, Litauen und Rumänien. Insbesondere Polen ist ein großer Agrarmarkt und stellt die bisher bedeutendste adressierbare Expansion dar.
- EMN-Mitgliedschaft. LANDE ist dem European Microfinance Network beigetreten, dem in Brüssel ansässigen Dachverband für inklusive Finanzinstitutionen in Europa. Dies ist weniger ein finanzieller als ein Positionierungsmeilenstein – ein Signal, dass LANDE als Teil der europäischen Infrastruktur für inklusive Finanzierung wahrgenommen wird, nicht nur als renditesuchende Privatanleger-Plattform.
Jeder Meilenstein wäre für sich genommen eine bedeutsame Ankündigung. Zusammengenommen deuten sie darauf hin, dass LANDE nicht mehr als Nischenanbieter, sondern zunehmend als integrierter Akteur im institutionellen Gefüge der europäischen Agrarfinanzierung wahrgenommen wird.
Q1 2026: Eine neue Bestmarke
Die jüngste Entwicklung hat die Wachstumskurve bestätigt. Das erste Quartal 2026 wurde mit einem Finanzierungsvolumen von 7,8 Mio. € – knapp dreifach gegenüber Q1 2025 – zum stärksten Quartal in der Geschichte von LANDE. Die Plattform führt den Anstieg auf gleichzeitiges Wachstum bei Projektangebot und Anlegernachfrage zurück.
Die Renditen spiegeln diese Nachfrage wider. Plattformübergreifend lag der durchschnittliche Anlegerzinssatz bei 12,12% und stieg unter Einbezug von Boni auf 12,51%. Im April finanzierte Kredite lieferten eine durchschnittliche annualisierte Rendite von 13,96% einschließlich Boni – aktuell eine der höchsten aktiven P2P-Renditen im regulierten EU-Segment. Cashback- und Bonusauszahlungen an Anleger überschritten bis Mai 2026 die Marke von 70.000 €, was bei der aktuellen Plattformgröße eine nennenswerte direkte Ausschüttung darstellt.
Portfolioqualität trotz Wachstum stabil
Die wichtigste Zahl im Jahresbericht 2025 ist die Quote für Ausfälle und 90+ Tage Verzug: 1,2% über die Gruppe im Gesamtjahr. Warum das relevant ist, hat mit Timing zu tun. Die meisten P2P-Plattformen sehen die Ausfallquote in Phasen schnellen Kreditvergabewachstums ansteigen – schlicht weil das Portfolio jünger ist und die Vergaberichtlinien unter Belastung stehen. LANDE hat das Quartalsvolumen ins erste Quartal 2026 knapp verdreifacht, ohne dass diese Kennzahl sich verschlechterte.
Es ist ein Datenpunkt aus einer Periode, und Anleger sollten nicht überinterpretieren. Aber die Kombination aus (a) besicherter Kreditvergabe, (b) enger Konzentration auf die Landwirtschaft und (c) institutionellen Rückendeckungen über EIF und ILTE schafft ein strukturell anderes Risikoprofil als bei generischen Konsumentenkredit-Plattformen. Die Zahlen 2025 sind mit dieser These vereinbar – nicht in Widerspruch.
Was das Management sagt
2025 hat bestätigt, dass unser Modell funktioniert: profitables Wachstum, stärkere Partnerschaften und ein Portfolio, das die Qualität trotz Expansion gehalten hat. Wir reinvestieren unsere Gewinne, weil wir an das glauben, was wir aufbauen. 2026 zeichnet sich als unser bislang bestes Jahr ab, und wir haben vor, das weiter zu verdienen. — Nikita Goncars, CEO, LANDE
Die Aussage zur Reinvestition ist die operativ interessanteste. Gewinne an Aktionäre auszuschütten oder in Kapitalreserven, Technologie und geografische Expansion zu reinvestieren, ist für eine profitable Plattform in dieser Phase eine echte strategische Entscheidung. Dass LANDE Gewinne einbehält, um Wachstum zu finanzieren, passt zur Trajektorie und entschärft eine kurzfristige Abhängigkeit von Kapitalerhöhungen.
Was das für Anleger bedeutet
Für Anleger, die LANDE im Kontext des regulierten P2P-Markts bewerten, ergeben sich mehrere praktische Schlussfolgerungen.
Die Plattform ist eine der wenigen im EU-Agrarkreditsegment, die zugleich ECSP-lizenziert (durch Latvijas Banka) und nachweislich profitabel auf geprüfter Basis ist. Diese Kombination ist selten – viele ECSP-lizenzierte Plattformen sind weiterhin nicht profitabel. Sie senkt die Wahrscheinlichkeit eines unerwarteten plattformseitigen Schocks, der das Kreditportfolio mitten im Zyklus beeinträchtigt.
Die Renditen bleiben am oberen Ende des regulierten Spektrums; im April finanzierte Kredite erreichten 13,96% annualisiert inkl. Bonus. Das ist konsistent mit LANDEs langjährigem Korridor von 11-13% und liegt deutlich über den typischen Renditen reiner Liquiditätsprodukte. Der Kompromiss liegt in der Laufzeit: Agrarkredite sind keine täglich verfügbaren Instrumente; gebundenes Kapital sollte entsprechend dimensioniert werden.
Die geografische Konzentration verschiebt sich in eine gesunde Richtung. Wo LANDE früher stark in Lettland und Litauen konzentriert war, reduzieren die Vertiefung in Rumänien und der Markteintritt in Polen das Einzelländerrisiko. Für Anleger, die diversifizierte P2P-Portfolios aufbauen, ist dies eine der wenigen Plattformen, deren eigene Diversifizierung sich spürbar verbessert – nicht verschlechtert.
Und schließlich zählen die institutionellen Partnerschaften. EIF- und ILTE-Unterstützung eliminieren das Kreditrisiko nicht, aber sie verändern die Finanzierungsbasis in einer Weise, die rein retailfinanzierte Plattformen nicht replizieren können. Es ist vernünftig, diese Entwicklungen als positive Signale zur Plattformstabilität zu lesen.
Wie immer bergen Agrarkreditvergabe und P2P-Investments reale Risiken. Ausfälle kommen vor, Witterungs- und Rohstoffzyklen beeinflussen die Rückzahlungsfähigkeit der Kreditnehmer, und Kapital ist nicht garantiert. Die Zahlen 2025 sind ermutigend, aber Anleger sollten ihre Positionen entsprechend ihrer eigenen Risikotragfähigkeit und ihres Gesamtportfolios dimensionieren. Für einen strukturierten Vergleich sind unsere LANDE-Plattformbewertung und der vollständige Plattformvergleich die nächsten passenden Lektüren.